Dienste

1. Assistenten
(Altardienst)


Vorbemerkung

Der Dienst der Assistenten und Akoluthen wird nicht überall so getrennt, wie es hier dargestellt wird. Oft sind es zwei oder vier Meßdiener, die diese Dienste gemeinsam tun.



a) Bedeutung


Der Assistenten- oder Altardienst ist die Kernfunktion der Meßdiener und damit der am wenigsten verzichtbare Dienst in der Meßfeier.

Die Assistenten helfen dem Diakon/Priester dabei, den Altar für die Feier des Kreuzesopfers Jesu mit den Gaben von Brot und Wein zu bereiten. Dieser Dienst steht in engster Verbindung mit dem Letzten Abendmahl und der Rolle, die die Apostel, die engsten Vertrauten Jesu und die ersten Christen, dabei spielten.

In Mt 16,17-19 heißt es: „Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.“
Die Aufgabe der Altardiener ist eng mit dem verbunden, was in der Vollform der Liturgie die Diakone tun. Deshalb heißen sie Assistenten („Beisteher“, Helfer). Denn auch der Dienst der Diakone heißt „assistieren“ (d.h. „beistehen“), „Assistenz“.


b) Einsatz der Assistenten


Der Assistentendienst ist in jeder Meßfeier nötig. Sie bringen Kelch, Ziborium, Brot und Wein zum Altar. Natürlich könnte der Küster das auch vor der Messe tun. Aber dann ginge ein sehr wichtiges Zeichen verloren: Es sind unsere Gaben, Brot und Wein, Frucht der Erde und unserer Arbeit, die wir für die heilige Messe bringen. Damit bringen wir uns selbst, unser Leben, unsere Freude und unsere Sorgen, damit Gott, so wie er Brot und Wein in Leib und Blut Jesu verwandelt, auch unser Leben verwandelt in sein göttliches Leben. So betet der Priester/Diakon beim Mischen von Wein und Wasser: „Wie sich das Wasser mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat."


Was wäre das für ein schlechtes Zeichen, wenn sich in der Gemeinde niemand mehr fände, der die Gaben zum Altar bringt!



c) Orte


Der Platz der Assistenten ist auf der Seite des Chorraums, bei der Kredenz.



d) Einzug


Beim Einzug gehen die Assistenten hinten unmittelbar vor den Priestern (und gegebenenfalls den Diakonen). An den Altarstufen stehen sie zur Kniebeuge neben den Klerikern. Je nach ortsüblicher Ordnung gehen sie unmittelbar vor dem Priester die Altarstufen hinauf und stehen, falls üblich, zum Altarkuß entweder hinter ihm oder links und rechts vom Altar, einander zugewandt. Beim Altarkuß machen sie eine (mitteltiefe) Rumpfverneigung.


Dann – oder direkt nach der Kniebeuge – gehen sie nebeneinander auf ihre Plätze.



e) Wortgottesdienst


Während des Wortgottesdienstes haben die Assistenten nichts Eigenes zu tun. Sie nehmen am Wortgottesdienst teil, wie alle anderen Mitfeiernden. Zum Evangelium drehen sie sich, wenn nötig, zum Ambo, wenn der Priester/Diakon dorthin geht.



f) Eucharistisches Hochgebet


- Gabenbereitung


Die Gabenbereitung ist der „Haupteinsatz“ der Assistenten.


Bei den folgenden Tätigkeiten gehen und stehen die Assistenten grundsätzlich nebeneinander. Ihre Schultern bilden eine Linie, die – wenn sie am Altar stehen – parallel zur Altarkante verläuft. Ihr Abstand zum Altar ist dabei etwa ein halber Schritt (30 cm) und sie stehen so, daß der Priester/Diakon mittig von ihnen steht, wenn er sich ihnen zuwendet.


Immer wenn ein „Arbeitsgang“ am Altar beendet ist und die Assistenten zur Kredenz oder zu ihren Plätzen zurückkehren, machen sie eine Verneigung zum Priester, in dem sie Christus dienen. An Altar und Kredenz drehen sie sich beim Umkehren zueinander.


Auf der Kredenz soll vor, während und nach der Gabenbereitung Ordnung herrschen: Alles stehe in geraden Linien und rechten Winkeln ordentlich dort, wo es hingehört. Die Assistenten sollen sich nötigenfalls ruhig etwas Zeit nehmen, um die Ordnung zu halten oder wieder herzustellen. Hektik stört, Unordnung auch.


Zur Gabenbereitung bringen die Assistenten:


Kelch und Brot: Stehen mehreren Schalen oder Ziborien auf der Kredenz, bringt man alle zum Altar – notfalls mehrmals laufen. Ist der Kelch mit dem Velum oder auch nur mit der Palla bedeckt, faßt man ihn mit der linken Hand am Nodus (Knauf) und legt die rechte flach so auf die Palla, daß die zusammenliegenden Fingerspitzen geradeaus gerichtet sind (die Ellbogen liegen dabei am Oberkörper an). Damit verhindert man, daß die Palla herunterrutscht. Die Vorderseite des Velums ist nach vorne gerichtet. Falls mehrere Gänge nötig sind, weil nur ein Meßdiener da ist oder mehrere Ziborien zum Altar gebracht werden müssen, nimmt man im ersten Gang den Kelch mit. Wenn zwei Assistenten ministrieren, nimmt der (in der Regel rechte) Meßdiener den Kelch, der näher am Altar steht, und stellt den Kelch (mit der Vorderseite des Velums zum Volk) auf dem Altar ab. Der andere Meßdiener übergibt dem Priester das Ziborium bzw. die Hostienschale. Darauf verneigen sich die Meßdiener zum Priester, wenden sich zueinander um und gehen zur Kredenz zurück. Falls nötig, bringen sie nun in gleicher Weise die weiteren Ziborien.


Wein und Wasser: Jeder hält ein Kännchen mit dem Henkel nach vorne. Das Weinkännchen ist manchmal mit „V“ (lat. „vinum“ = „Wein“) gekennzeichnet, das Wasserkännchen mit „A“ (lat. „aqua“ = „Wasser“). Ideal ist es, wenn der (rechts) näher am Altar stehende Meßdiener das Weinkännchen hat, es dem Priester übergibt, dann das Wasserkännchen übernimmt, um es dem Priester anzureichen. Der andere Meßdiener, der zuerst das Wasserkännchen hatte, nimmt das Weinkännchen vom Priester entgegen. – Wo der Priester das Wasser mit Hilfe eines Löffelchens in den Kelch gibt, hält der Meßdiener das Wasserkännchen am Henkel, öffnet es, nachdem der Wein eingegossen ist (falls es einen Deckel hat) und hält es dicht an den Kelch, damit der Priester mit dem Löffelchen das Wasser bequem vom Kännchen zum Kelch führen kann.


- (Im Hochamt folgt nun die Inzens der Gaben, des Altares, des Priesters und des Volkes. Nach der Priesterinzens kommen die Assistenten an den Altar und bringen...)


- die Lavabogeräte, das sind: Wasserkanne, Schale und Lavabotuch. Der eine Assistent hält mit der rechten Hand die Kanne, mit der linken die Schale. Bei der Handwaschung sollte der rechte Ellbogen am Körper (mit Gebetbuch unter dem Arm kann man das hervorragend üben) und die Schale in waagerechter Position bleiben, um nichts zu verschütten.


Der andere hält das bereits an der Kredenz vollständig auseinandergefaltete Lavabotuch an den beiden Ecken einer Schmalseite. Nachdem der Priester seine Hände gewaschen und abgetrocknet hat, faltet dieser Meßdiener erst an der Kredenz das Tuch wieder zusammen und legt es ordentlich ab.


Sind Kanne oder Schale für eine Hand zu schwer, nimmt einer nur die Kanne, der andere legt an der Kredenz das Handtuch über seinen linken Arm und nimmt dann die Schale in beide Hände.


Dient nur ein Assistent, legt er das Lavabotuch auseinandergefaltet über den linken Arm, nimmt die Schale in die linke, die Kanne in die rechte Hand. Der Priester nimmt sich das Tuch zum Abtrocknen der Hände vom Arm und legt es dahin zurück. An der Kredenz faltet der Meßdiener das Tuch wieder ordentlich zusammen.


- Als letztes bringt einer von ihnen (oder ein Akoluth) das Meßbuch (mit Ständer) und stellt (legt) es links oberhalb des Korporale schräg so auf den Altar, daß der Priester daraus lesen kann. Am besten (und je nach den Umständen) faßt man dazu den Meßbuchständer von hinten, so daß man das Buch „auf dem Kopf“ vor sich hat, und stellt ihn von der Seite auf den Altar. Der andere Assistent wartet so lange an der Kredenz. Nach der Verneigung seines Kollegen gehen beide (der Meßbuchträger links, der andere in der Regel rechts um den Altar) vor dem Altar zusammen, die Stufen herunter, drehen sich zueinander und machen eine (mitteltiefe) Brustverneigung (oder, wo üblich oder wenn sich das Tabernakel auf dem Altar befindet, eine Kniebeuge) zum Altar, und gehen nach links und rechts auf ihre Plätze (meist zu den Schellen).



- Sanctus


Wenn das Sanctus beendet ist, knien alle Meßdiener nieder. Wo es Brauch ist, schellen die Assistenten (oder die für das Schellen zuständigen Meßdiener) zu den Worten „Heilig, heilig, heilig“ bzw. „Sanctus, sanctus, sanctus“ dreimal kurz.



Kanon und Vaterunser


Wo es üblich ist, wird nach dem Gebet (Epiklese), bei dem der Priester seine Hände über den Gaben ausbreitet (sie mit dem Kreuzzeichen bezeichnet) und die Hände dann faltet, einmal kurz geschellt, um den nahenden Moment der Wandlung anzuzeigen.


Zur Wandlung wird jeweils bei der Erhebung der Gestalten von Brot und Wein geschellt, um deutlich zu machen, daß es sich nun um den Leib und das Blut Christi handelt.


Zum Wandlungsschellen gibt es unterschiedliche Bräuche. Es ist wohl die schönste Form, wenn unmittelbar nach dem Wandlungswort einmal etwas länger geschellt wird, zur Elevation (Erhebung) dann dreimal kurz (möglichst parallel zur Inzens und zum Anschlagen der Turmglocke) und dann bei der Kniebeuge des Priesters wieder einmal lang, wobei die beiden Randsignale mit der tieferen Schelle gegeben werden und die drei zur Elevation mit der höheren.


Die Meßdiener stehen nach dem „Amen“ der Gemeinde am Ende des Hochgebets auf. (Priester: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.“ Alle: „Amen.“)



g) Friedensgruß


Wo die Ministranten die Kommunion am Altar empfangen, wenden sie sich nach dem Gebet „Denn dein ist das Reich ...“ zur Mitte und gehen aufeinander zu, bis sie in der Mitte zusammenkommen, und gehen hintereinander in zwei Reihen zum Altar hinauf. Beim Gang über die Stufen bleiben sie nebeneinander, trennen sich vor dem Altar und stellen sich links und recht von/hinter ihm mit dem Gesicht zueinander auf. Die Meßdiener, die am Altar kommunizieren, stellen sich mit einem Meter Abstand links und rechts vom Altar auf. Dort erhalten sie vom Priester/Diakon nach dem Vaterunser den Friedensgruß und wünschen ihren Nebenleuten (nur diesen) den Frieden in gleicher Weise. Andernfalls bleiben sie an den Altarstufen und wünschen sich, wo es üblich ist, dort den Frieden.


Klassisch wird der Friedensgruß durch eine angedeutete Umarmung gespendet: Zunächst verneigt man sich mit gefalteten Händen zueinander (Kopfverneigung). Dann legt der, der den Frieden wünscht, seine Hände an die Oberarme des anderen. Dieser faßt mit seinen Händen die Unterarme des anderen von unten. Dann führt man die Köpfe nebeneinander, so daß man den Kopf des anderen links hat, und berührt sich leicht an den Wangen (oder deutet das wenigstens an). Dabei spricht der erste: „Pax tecum“/„Der Friede sei mit dir.“ Der andere antwortet: „Et cum spíritu tuo.“/„Und mit deinem Geiste.“ Anschließend faltet man die Hände wieder und verneigt sich noch einmal zueinander. Wo der Friedensgruß durch Handschlag gegeben wird, geschieht das mit den gleichen Worten. Üblicherweise entfallen dann die Verneigungen.



hKommunion und Dankgebet


Nach dem Kommunionempfang, sobald der Priester (und die Kommunionhelfer) zur Austeilung ins Kirchenschiff gehen, knien die Meßdiener wieder an ihren Plätzen auf den Altarstufen oder im Chorraum nieder, falten die Hände, senken den Blick und danken Gott still für das Geschenk seines Sohnes, das er uns in der Kommunion gemacht hat. Man kann in seinen persönlichen Anliegen beten oder einfach vor Gott still werden und seine Gegenwart genießen. Es ist an dieser Stelle besonders wichtig, auf Andacht und innere wie äußere Ruhe zu achten, da alles andere nicht nur unangemessen, sondern für die kommunizierenden Gläubigen sehr störend wäre. Wenn man mit dem Gebet fertig ist, ist es selbstverständlich, die anderen weder durch Gespräche noch durch Gucken (auch nicht in die Gemeinde) zu stören. Nach ihrer persönlichen Danksagung stehen sie auf Blickkontakt untereinander, am besten mit dem ältesten Meßdiener/Zeremoniar, gemeinsam auf, gehen gegebenenfalls auf ihre Plätze im Chorraum und setzen sich.


Wenn der (erste) Priester oder ein Kommunionhelfer von der Kommunionspendung wieder in den Chorraum kommt, stehen dort alle Meßdiener aus Ehrfurcht vor dem Leib des Herrn auf und bleiben, bis die Tabernakeltüren geschlossen sind, stehen. Es ist sinnvoll, daß sich alle im Chorraum zum Tabernakel wenden, während das Allerheiligste dorthin gebracht wird, und die Kniebeuge vor dem Schließen der Tabernakeltüren mitmachen. Nach dem Schließen der Tabernakeltüren gehen die Assistenten zur Kredenz.



iPurifikation und Abräumen des Altares


Wenn die Kommunionausteilung zu Ende und das Allerheiligste ins Tabernakel gebracht worden ist, bringen die Assistenten Wein- und Wasserkännchen zum Altar. Diesmal fassen sie die Kännchen an den Henkeln und gießen zuerst Wein und dann Wasser in den Kelch, den ihnen der Diakon/Priester hinhält, und zwar so lange, bis dieser den Kelch leicht anhebt oder von unten an die Kanne stößt. Dabei legen sie die Kännchen nicht auf dem Kelchrand auf.


Ganz korrekt geschieht die Purifikation so: Der Priester (Diakon) wischt die Partikel (Teilchen) des Leibes Christi aus den Ziborien in den Kelch und neigt diesen, während der Fuß noch auf dem Korporale ruht, nach rechts. Dies ist das Zeichen für den Meßdiener mit dem Weinkännchen (der rechts steht), daß er den Wein in den Kelch gießen soll. Je nach Altarbreite kann sich der Meßdiener dazu neben den Priester stellen und tritt nach dem Eingießen wieder neben seinen Mitmeßdiener. Hat der Priester den Wein getrunken, wendet er sich mit dem Kelch den Assistenten zu und hält ihnen den Kelch hin, wozu er gegebenenfalls Daumen und Zeigefinger beider Hände über den Kelch hält. Mit diesen Fingern hat er die Hostie berührt, so daß vielleicht noch Partikel des Allerheiligsten daran haften. Je nach Brauch gießt man ihm nun zuerst den Rest des Weines (über die Finger) in den Kelch, dann das Wasser, so lange, bis der den Kelch leicht anhebt. Das ist das Zeichen, das Eingießen des Wassers zu beenden.


Nach der Verneigung und dem Wegbringen der Kännchen kommen beide Assistenten zum Altar und bringen alles zur Kredenz, was an der Altarkante steht. Dabei gelten dieselben Regeln wie bei der Gabenbereitung. Der Kelch soll, wenn er mit einem Velum bedeckt ist, auf der Kredenz so stehen, daß das Kreuz (oder das Bild) darauf zum Volk hin weist. Nötigenfalls ordnet der Meßdiener das Velum so, daß es nach vorne eine glatte Fläche bildet.


Das Meßbuch bleibt meist zum Schlußgebet auf dem Altar – man kann es, wenn der Priester nicht am Altar steht, in die Mitte stellen. Wird das Schußgebet aber am Priestersitz gebetet, wird das Buch zur Kredenz gebracht. Gegebenenfalls wird dieser Buchdienst von einem Akoluthen übernommen.


Haben die Assistenten ihren Dienst verrichtet, gehen sie entweder zu den Altarstufen oder erst noch auf ihre Plätze im Chor.



j) Auszug


Nach dem Segen gehen die Assistenten und Akoluthen auf dem selben Weg –  vor Priester(n und Diakonen) – zur Kniebeuge vor die Altarstufen, den sie zu Beginn der Messe genommen haben, wenn sie nicht schon dort stehen. Allerdings stehen sie zum Altarkuß des Priester nicht am Altar und machen auch keine Verneigung. Gemeinsame Kniebeuge. Die Reihenfolge beim Auszug ist dieselbe wie beim Einzug.


In der Sakristei stellen sich alle so zum Kreuz hin auf, daß der Priester vor ihm Platz hat. Wo es üblich ist, knien sie zum Kreuz hin nieder und bitten den Priester um den Segen („Herr gib den Segen“). Bei der Verneigung zum Kreuz sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Alle antworten: „In Ewigkeit. Amen."


Der Assistentendienst zusammengefaßt:
Einsatz zur Gabenbereitung, zum Hochgebet und zur Purifikation
Gabenbereitung:
1. Kelch und Brot (auf jeden Fall erst Kelch)
2. Wein und Wasser – mit den Henkeln zum Priester, bei Gebrauch eines Löffelchens das Wasserkännchen am Henkel fassen, Deckel des Wasserkännchens nach Eingießen des Weines öffnen.
3. (nach der Inzens) Handwaschung
4. Meßbuch
Hochgebet:
1.   evtl. Schellen zum Sanctus
2.   Schellen nach der Epiklese (Gebet um die Wandlung der Gaben)
3.   Schellen zur Elevation (Erhebung) von Leib und Blut Christi
Purifikation:
1.   Wein und Wasser (an den Henkeln fassen, in den Kelch gießen)
2.   Abräumen



2. Akoluthen*
(Buchdienst)


Manche sagen auch „Akolythen“. Nach dem griechischen „akolúthoi“ (ins Lateinische entlehnt: „acolúthus“) muß es aber „Akoluthen“ heißen. 

Vorbemerkung

Der Dienst der Assistenten und Akoluthen wird nicht überall so getrennt, wie es hier dargestellt wird. Oft sind es zwei oder vier Meßdiener, die diese Dienste gemeinsam tun.



a) Bedeutung – das Meßbuch

Die Akoluthen („Gefolgsleute“) gehen mit dem Meßbuch um (lat. Missale). Das Meßbuch enthält alle Texte der heiligen Messe, die der Priester vorträgt, also vor allem die drei Amtsgebete: Tages-, Gaben- und Schlußgebet und die Hochgebete mit den je nach Kirchenjahreszeit oder Fest wechselnden Präfationen. Darüber hinaus stehen im Meßbuch die Texte der offiziellen Einzugs-, (Gabenbereitungs-) und Kommuniongesänge für jeden Tag und besondere Segensformeln und -gebete.


Vorne im Missale findet man die „Allgemeine Einführung ins Römische Meßbuch“. Römisch heißt das Meßbuch, weil wir „Römischen Katholiken“ die heilige Messe – und auch das Stundengebet – auf dieselbe Art und Weise feiern wie die Kirche von Rom. Früher – und manchmal gibt es das auch heute – wurde die Messe in lateinischer, also römischer Sprache gefeiert (das „Originalmeßbuch“ – die sogenannte editio typica, nach der alle Übersetzungen angefertigt sind – ist lateinisch geschrieben). Das Römische und Lateinische in unserer Liturgie bezeichnet die Einheit der katholischen Kirche mit dem Papst, der ja der Bischof von Rom ist. Der erste römische Bischof war der Apostel Petrus. Zu ihm hatte Jesus gesagt: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,18f) Wie Petrus hat sein Nachfolger, der Papst, diese besondere Stellung in der Kirche. Er wacht über die Einheit der Kirche im Glauben und in den Sitten und Gebräuchen, auch über die Liturgie, damit die katholische Messe überall so gefeiert wird, wie es den Regeln der Kirche entspricht. So kann jeder Katholik in jedem Land der Welt zur Messe gehen und sich zurechtfinden, auch wenn er die Sprache nicht versteht. Er ist in der Liturgie zu Hause und kann so Gott begegnen im Ritus (d.h. in der Feiergestalt, der Ordnung) der heiligen Messe, im Wort der Bibel (sogar, wenn er es nicht versteht, so ist der Gedanke, daß Gott in allen Sprachen zu allen Menschen spricht, etwas Schönes) und im Sakrament der Eucharistie.


Wenn die Meßdiener das Meßbuch zum Tagesgebet halten und bei der Gabenbereitung zum Altar bringen, zeigen sie, daß das, was der Priester jetzt betet, ein Akt der ganzen Kirche ist. Sie sagen durch ihren Dienst: Das, was der Priester aus diesem Buch betet, ist unser aller Gebet, Gebet der Kirche.


Zum Dienst der Akoluthen kann auch das Tragen der Evangelienleuchter gehören. (Man nennt die Evangelienleuchter auch Akoluthenleuchter.) Oft wird dieser Dienst auch von eigens dazu eingeteilten Meßdienern übernommen. Sieh dazu das Kapitel II.4: „Kreuzträger und Evangelienleuchter“. Zur Bedeutung des Lichtes in der Liturgie sieh die Ausführungen im Kapitel II.5 über die Ceroferare.



b) Einsatz der Akoluthen


Der Akoluthen- oder Buchdienst gehört neben dem Assistenten- oder Altardienst zu den Grundfunktionen der Meßdiener, so daß sie in jeder (Sonntags-) Messe gebraucht werden.



c) Orte


Die Akoluthen haben ihren Platz links und rechts vom Priester oder an der Seite des Chorraums gegenüber der Kredenz. Die Leuchter werden bei Ein- und Auszug mitgeführt. Sie werden nach dem Einzug (und der Altarinzens) am vorgesehenen Ort abgestellt, z.B. neben dem Vortragekreuz, am Evangeliar, auf den Altarstufen oder auch auf der Kredenz. (vgl. II.4.d) Wenn die Leuchterträger die Leuchter auf dem Boden oder auf den Stufen abstellen oder von dort aufnehmen, machen sie dazu eine Kniebeuge in Richtung Altar/Tabernakel. Man kann auch zwei der Altarleuchter als Evangelienleuchter verwenden. Diese werden nach der Kniebeuge (ggf. mit dem Evangeliar) auf den Altar gestellt; darauf erfolgt die Inzens.


d) Einzug


- Feierliches Hochamt mit Evangeliar - getrennter Buch- und Leuchterdienst, mit Vortragekreuz


siehe 4. c (Kreuzträger und Evangelienleuchter)



Feierliches Hochamt mit Evangeliar - getrennter Buch- und Leuchterdienst, ohne Vortragekreuz


Wenn kein Kreuz mitgeführt wird, gehen die Leuchterträger, gegebenenfalls hinter dem Weihrauch, neben oder vor dem Evangeliar und bilden mit ihm eine Gruppe, wie beim Kreuz. An den Altarstufen trennen sie sich, so daß sie zur Kniebeuge außen stehen. Das Evangeliar wird vor der Kniebeuge auf dem Altar abgestellt; sein Träger kehrt zur Kniebeuge an die Altarstufen zurück. Die Leuchterträger machen die Kniebeuge mit (keine Verneigung). Sie gehen nebeneinander die Altarstufen hinauf, stehen, wo üblich, zum Altarkuß neben dem Priester. Beim Altarkuß machen sie dann eine Kopfverneigung (!). Sie gehen, je nach den räumlichen Verhältnissen und bei einem freistehenden Altar, an beiden Seiten um diesen herum, kommen dahinter wieder zusammen und bringen dann die Leuchter an den vorgesehenen Ort. Wenn aber die Evangelienleuchter zugleich als Altarleuchter dienen, also auf dem Altar abgestellt werden, geschieht dies zusammen mit dem Evangeliar vor der Kniebeuge. Nach der Kniebeuge gehen sie mit den Altardienern die Stufen hinauf, stehen (je nach Brauch) links und rechts vom Altar, das Gesicht einander zugewandt, und machen zum Altarkuß des Priesters (mitteltiefe) Brustverneigung, wo es üblich ist. Dann – oder sofort nach der Kniebeuge – gehen sie nebeneinander auf ihre Plätze.



Hochamt ohne Evangeliar – getrennter Buch- und Leuchterdienst


Die Leuchterträger gehen vorne (gegebenenfalls hinter dem Weihrauch) und trennen sich an den Altarstufen, so daß sie zur Kniebeuge außen stehen. Sie machen die Kniebeuge mit, gehen hinter den Assistenten und Akoluthen /Buchdienern die Altarstufen hinauf, so daß sie (je nach örtlichem Brauch) zum Altarkuß links und rechts vom Priester/den Klerikern stehen. Beim Altarkuß machen dann sie eine Kopfverneigung (!). Anschließend – oder sofort nach der Kniebeuge – bringen sie die Leuchter an ihren Ort (links und rechts am Altar vorbei, dahinter wieder zusammenkommen) oder stellen sie auf den Altar. (Alles weitere wie unter II. 3).



Messe mit zwei Akoluthen – Buch- und Leuchterdienst in einem


Beim Einzug gehen die Akoluthen mit ihren Leuchtern vorne, gegebenenfalls hinter dem Weihrauch.


An den Altarstufen trennen sie sich, so daß sie zur Kniebeuge außen stehen. Sie machen die Kniebeuge mit. Nach der Kniebeuge gehen sie hinter den Assistenten die Altarstufen hinauf und bleiben (je nach örtlichem Brauch) neben dem Priester/den Klerikern am Altar stehen. Beim Altarkuß machen sie dann eine Kopfverneigung (!). Dann – oder sofort nach der Kniebeuge – bringen sie die Leuchter an ihren Platz oder stellen sie auf den Altar (s.o.) und gehen nebeneinander auf ihre Plätze.



e)  Wortgottesdienst


Zum Tagesgebet („Lasset uns beten“) bringt ein Akoluth das Meßbuch. Man nimmt das Meßbuch so, daß es für den Priester lesbar ist. Wenn es auf dem Meßbuchständer liegt, ergreift man diesen wenn möglich von hinten. Man achte darauf, daß das Band den Text des Tagesgebets nicht verdeckt. Der Küster legt das Band schräg über eine Seite. Das ist die nicht-aktuelle; das Band soll also dort liegen bleiben, damit der Priester sofort weiß, auf welcher Seite das Gebet steht, das er beten muß. Wenn man das Buch ohne Meßbuchständer trägt, lege man die Finger so unter das Buch, daß die Seiten gerade bleiben und die Finger nicht den Text verdecken. Kleinere Meßdiener können das Buch an ihre Stirn lehnen. Man stelle sich so vor den Priester, daß er den Kopf beim Gebet zum Altar wenden kann. Man achte darauf, nicht zu weit seitlich vor dem Priester zu stehen.


Ist das Tagesgebet beendet, macht der Akoluth eine Kopfverneigung zum Priester und bringt das Buch zurück. Wenn zur Gabenbereitung ein anderes Meßbuch zum Altar gebracht wird, schließt man das zum Tagesgebet gebrauchte am Ende des Gebetes und bringt es geschlossen zurück, sonst bleibt es offen.


Den Wortgottesdienst feiern die Buchdiener mit wie alle anderen Mitfeiernden. Wenn sie zum Evangelium nicht die Leuchter zu tragen haben, drehen sie sich nötigenfalls zum Ambo, wenn der Priester/Diakon dorthin geht.



f)  Eucharistisches Hochgebet


Gabenbereitung


Am Ende der Gabenbereitung (gegebenenfalls nach der Altarinzens) bringt ein Akoluth (wenn das nicht zum Dienst der Assistenten gehört) das Meßbuch (mit Ständer) und stellt (legt) es links oberhalb des Korporale schräg so auf den Altar, daß der Priester daraus lesen kann. Wenn möglich, faßt man dazu den Meßbuchständer von hinten, so daß man das Buch „auf dem Kopf“ vor sich hat und stellt ihn von der Seite auf den Altar. Danach macht der Akoluth eine Verneigung zum Priester, geht die Altarstufen mittig hinunter, wendet sich (linksherum) zum Altar, macht eine (mitteltiefe) Brustverneigung (oder Kniebeuge) und geht auf seinen Platz an den Stufen.


Der andere Akoluth geht bereits zu Beginn der Gabenbereitung an die Stufen. An manchen Orten gibt es den Brauch, daß dieser ein kurzes Schellenzeichen gibt, wenn der Priester das Velum vom Kelch nimmt.



Sanctus


Zum Sanctusschellen siehe Assistentendienst (I. f).


Wenn das Sanctus beendet ist, knien die Akoluthen mit den anderen nieder.



gKanon und Vaterunser


Während des Hochgebets knien die Akoluthen.


Zum Schellen vgl. Assistentendienst (I. f).


Sie stehen auf nach dem „Amen“ der Gemeinde am Ende des Hochgebets (Priester: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.“ Alle: „Amen.“)



d)  Friedensgruß


Siehe Assistentendienst (I. g).



eKommunion und Dankgebet


Nach dem Kommunionempfang, sobald Priester und Kommunionhelfer zur Austeilung ins Kirchenschiff gehen, gehen die Meßdiener auf ihre Plätze und knien zum stillen Gebet nieder. Nach dem Gebet ist es selbstverständlich, die anderen weder durch Gespräche noch durch Gucken (auch nicht in die Gemeinde) zu stören.


Wenn der erste Kommunionausteiler (Priester, Diakon, Kommunionhelfer) wieder in den Chorraum kommt, stehen dort alle Meßdiener aus Ehrfurcht vor dem Leib des Herrn auf und bleiben, bis die Tabernakeltüren geschlossen sind, stehen. Es ist sinnvoll, daß sich alle Meßdiener im Chor bei der Reponierung des Allerheiligsten zum Tabernakel wenden, die Kniebeuge mitmachen und sich dann wieder zurückdrehen. Wer nicht mit der Purifikation oder der Vorbereitung des Auszuges beschäftigt ist, setzt sich, nachdem die Tabernakeltüren geschlossen sind.


Dort, wo der Priester das Schlußgebet am Priestersitz betet, nimmt ein Akoluth das Meßbuch nach der Purifikation vom Altar und bringt es zur Kredenz oder einen anderen vorgesehenen Ort.


In diesem Fall hält ein Akoluth dem Priester das Meßbuch zum Schlußgebet wie zum Tagesgebet („Lasset uns beten“).



f) Auszug


Wenn Leuchter und Kreuz mitgehen, holen die zuständigen Meßdiener diese am Ende der Kommunionausteilung, sobald die Tabernakeltüren geschlossen sind, gehen nebeneinander rechts um den Altar herum und stellen sich im Mittelgang mit dem Gesicht zum Altar auf (Weihrauch dahinter).


Wenn kein Kreuz mitgeführt wird (mit oder ohne Evangeliar, das beim Auszug nicht mitgenommen wird), gehen die Leuchterträger nach dem Segen und der Entlassung an beiden Seiten um den Altar herum an die Altarstufen: vor dem Altar zusammenkommen, nebeneinander die Stufen hinuntergehen, unten nach außen (!) drehen und an die Plätze gehen, jetzt noch keine Kniebeuge/Verneigung.


Gemeinsame Kniebeuge. Die Reihenfolge beim Auszug ist dieselbe wie beim Einzug.


In der Sakristei stellen sich alle so zum Kreuz hin auf, daß der Priester vor ihm Platz hat. Wo es üblich ist, knien sie zum Kreuz hin nieder und bitten den Priester um den Segen („Herr gib den Segen“). Bei der Verneigung zum Kreuz sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Alle antworten: „In Ewigkeit. Amen.“




Der Akoluthendienst zusammengefaßt:
Einsatz zu Einzug, Tagesgebet, Evangelium, (Gabenbereitung, Hochgebet, Purifikation und) Auszug
Einzug:
1. Evangelienleuchter gehen neben (vor) dem Kreuz, sonst vorne (hinter dem Weihrauch)
2. Am Altar neben dem Kreuz bleiben, Verneigung; wenn kein Kreuz mitgeht, außen stehen, Kniebeuge
3.  Leuchter abstellen
Wortgottesdienst:
1.   Meßbuch halten zum Tagesgebet
2.   Leuchter zum Evangelium
Gabenbereitung:
1.   evtl. Schellen zum Enthüllen des Kelches
2.   Meßbuch zum Altar bringen (nach der Inzenz, zum oder nach dem Lavabo)
Hochgebet:
1.   evtl Schellen zum Sanctus (s. Assistentendienst)
2.   evtl. Schellen zur Epiklese (s. Assistentendienst)
3.   evtl. Schellen zur Elevation (s. Assistentendienst)
Purifikation:
1.   evtl. Meßbuch zur Kredenz bringen
2.   evtl. Meßbuch zum Schlußgebet halten
Auszug
1.   Evangelienleuchter holen und (mit Kreuz im Mittelgang) aufstellen
2.   Auszug wie Einzug


3. Thurifer
von griech./lat. thus = Rauch und lat. ferre = tragen


a) Bedeutung

Die Meßdiener, die den Weihrauchdienst übernehmen, heißen Thúrifer oder Thuriferáre. In Deutschland sind es üblicherweise zwei, sonst einer. Wenn es zwei Thurifer gibt, heißt der Schiffchenträger auch Navicular (von lat. navículum = Schiffchen), der Faßträger Thurifer(ar).



b) Bewegung und Handhabung


- Gehen, stehen, knien


Die beiden Thurifer gehen, stehen, und knien immer nebeneinander, einzige Ausnahme: sie nehmen den Priester/Diakon zur Inzens (= Beweihräucherung) in ihre Mitte. (Die Thurifer sitzen nie, wenn sie Weihrauch tragen, sondern nur, wenn sie Faß und Schiffchen zum Ständer oder in die Sakristei gebracht haben.)


Das Faß geht immer rechts, das Schiffchen links. Wenn die Thurifer sich drehen, dann tun sie es also nicht zueinander, sondern miteinander (Schultern bleiben in einer Linie) - nach rechts vom Altar weg und nach links zum Altar hin (Regel: Das Herz zuerst zum und zuletzt vom Altar wenden!).


Weihrauch geht immer vor (dem höchsten) Christus(-zeichen), um ihn als Gott zu ehren: In der Regel also vor dem Kreuz, in der Osternacht vor der Osterkerze, wenn sie in die Kirche getragen wird, bei Sakramentsprozessionen vor dem Allerheiligsten – traditionell sogar rückwärts. Wenn keine Monstranz, kein Kreuz oder sonstige Symbole mitgeführt werden, geht der Weihrauch vorne (nicht etwa vor dem Priester!).


Man trägt das Faß am Ring mit der rechten Hand: Oberarm am Oberkörper angelegt, Unterarm nach oben rechts ausgestreckt, die Hand gerade in einer Linie mit dem Unterarm, den Tragring des Fasses über zwei oder drei Finger, und zwar so, daß der Ring zum Öffnen des Fasses nach vorne zeigt. Die freie Hand liegt flach auf der Brust.


Zur Kniebeuge nimmt der Faßträger mit der linken Hand das Faß an den Ketten, damit es nicht auf den Boden schlägt. Wenn der Faßträger groß genug und die Kette nicht zu lang ist, kann er das Faß auch einfach weiter nur mit der rechten Hand tragen und diese zur Kniebeuge etwas anheben.


Der Faßträger schwingt das Weihrauchfaß ständig leicht hin und her: erstens, damit Rauch aufsteigt, zweitens, damit die Kohle Luft bekommt und glühend bleibt, und drittens, damit er selbst nicht zuviel von der sauerstoffarmen Luft einatmet, die aus dem Faß aufsteigt.


Der Navicular trägt das Schiffchen in der linken Hand, die rechte liegt flach auf der Brust.


Gibt es nur einen Thuriferar, trägt er das Faß in der rechten, das Schiffchen in der linken Hand.



- Einlegen


Zum Einlegen des Weihrauchs ins Faß (im Normalfall durch den Priester) steht man vor dem Priester, der Faßträger zieht die Kette zum Öffnen des Fasses und legt deren Ring über den Daumen der rechten Hand oder hält die Kette mit den Fingern der rechten Hand fest. Mit der linken Hand umfaßt er die Ketten und hält das Faß in „Arbeitshöhe“ dem Priester hin und dreht das Faß so, daß ihm beim Einlegen keine Kette im Weg ist. Der Schiffchenträger öffnet das Schiffchen – Öffnung in Richtung Priester –, legt ggf. das Löffelchen griffbereit über den Rand des Schiffchens und hält es dicht neben das Weihrauchfaß in einer Höhe. Das Faß wird erst geschlossen, nachdem der Priester den eingelegten Weihrauch mit einem Kreuzzeichen gesegnet hat. Dieser Segen unterbleibt vor ausgesetztem Allerheiligsten; man schließt hier also das Faß sofort nach dem Einlegen.


Wenn ein einzelner Meßdiener den Weihrauchdienst ausübt, übergibt er zum Einlegen das Schiffchen dem Priester, öffnet dann das Faß wie beschrieben, läßt den Priester einlegen, schließt das Faß, übergibt es dem Priester, übernimmt gleichzeitig das Schiffchen mit der rechten Hand und hält zur Inzens mit der linken das Meßgewand oder den Chormantel (sieh d).


In Pontifikalamt und -vesper kniet man zum Einlegen vor dem Bischof nieder.



- Inzens


Zum Inzensieren (Beweihräuchern) nimmt man den Tragring in die linke Hand und hält diese mittig vor die Brust (muß nicht anliegen). Mit der rechten faßt man die Ketten, und zwar so, daß unterhalb der Hand nur ein kürzeres Stück Kette (maximal ein Drittel) bis zum Faß bleibt. Am besten läßt man die Ketten unter dem Zeigefinger und vor den drei anderen Fingern herlaufen. Vor dem Inzensieren macht man eine Kopfverneigung (auch der Schiffchenträger), nimmt das Faß mittig vor der Brust, an der die Linke ruht (etwa der Grundhaltung eines Boxers vergleichbar) und inzensiert, indem man das Faß locker aus der rechten Hand schwingen läßt, so daß es beim Zurückschwingen vor die Ketten schlägt. Dabei schaut man auf die zu inzensierende Person oder den Gegenstand und hält den Kopf, den Oberkörper und den Arm ruhig. Ist die Inzens beendet, machen die Thurifer wieder eine Kopfverneigung, und der Faßträger nimmt das Faß wieder an der langen Kette in der rechten Hand (außer im Knien).


Ein einzelner Thuriferar nimmt zur Inzens den Tragring des Fasses mit einem oder zwei Fingern der Linken, in der er auch das Schiffchen trägt, hält diese vor der Brust und inzenziert mit der Rechten, wie beschrieben.


- Inzens durch Priester oder Diakon


Vor und nach der Inzens durch Priester/Diakon machen die Thurifer die Verneigung mit.


Wenn der Priester/Diakon im Stehen/Knien inzensiert, stehen/knien die Thurifer rechts und links neben oder etwas hinter ihm. Wenn der Priester/Diakon den Altar inzensiert, geht der Faßträger rechts vom Priester/Diakon, der Schiffchenträger tritt je nach den Raumverhältnissen zur Seite oder geht hinter ihm.


Wenn der Priester/Diakon einen Chormantel oder ein Meßgewand trägt, schlägt der Faßträger, sobald er das Weihrauchfaß übergeben hat, mit seiner linken Hand die rechte Seite des Meßgewandes (nur den Teil auf dem Arm!) oder des Chormantels zurück, damit sich das Weihrauchfaß nicht darin verfängt (entfällt, wenn der Priester eine „Römische Kasel“ [„Baßgeige“] trägt). Bei der Inzens bleibt der Faßträger immer an der rechten Seite des Priesters.



- Zahl und Art der Züge


Wird Christus selbst geehrt (Allerheiligstes, Kreuz, Altar, Christusbilder, Evangeliar), macht man drei Doppelzüge, die jeweils mit einem dritten, weiter unten gemachten Ausschwingen abgesetzt werden – das Faß schlägt also pro Doppelzug dreimal an die Kette.


Der Priester vertritt Christus, den eigentlichen Leiter der Feier. Daher wird er einzeln inzensiert erhält ebenfalls drei Doppelzüge. So werden auch die Konzelebranten inzensiert, ganz korrekt jeder einzeln, üblicherweise aber als Gruppe: Mitte – links – rechts.


Das Volk, die Versammlung der Heiligen, wird mit drei Einzelzügen (Mitte, links, rechts) geehrt, weil Christus in dieser Versammlung gegenwärtig ist. Nach jedem Einzelzug läßt man das Faß ausschwingen, so daß es pro Zug zweimal an die Kette schlägt. Drei Einzelzüge erhalten übrigens auch Heiligenreliquien, -bilder und –figuren. Das fällt aber nicht in den Ministrantendienst.


Inzensiert man eine einzelne Person/einen einzelnen Gegenstand, so gehen die drei Züge in eine Richtung. Sind mehrere Personen/Gegenstände gemeint oder hat das Objekt der Inzens eine größere Fläche, so geht ein Doppelzug zur Mitte, der zweite nach links, der dritte nach rechts.



- Holen und Wegbringen
Wenn der Weihrauch nicht gebraucht wird, bringt man Faß und Schiffchen in die Sakristei zum Ständer im Chorraum.
Immer, wenn man zum Holen oder Wegbringen des Weihrauchs die Kirche verläßt und sie wieder betritt, macht man eine Kniebeuge oder eine (mitteltiefe) Brustverneigung zum Altar (Tabernakel).


c) Der Weihrauchdienst im Hochamt


Im Hochamt braucht man an vier Stellen Weihrauch (entsprechend den vier Teilen der Messe): zum Einzug (Eröffnung), zum Evangelium (Wortgottesdienst), zu Gabenbereitung und Hochgebet (Eucharistiefeier) und (evtl., s. II.3.c.d) zum Auszug (Abschluß).



- Einzug


In der Sakristei Weihrauch einlegen lassen (Priester – wenn der es nicht tut, selbst machen).


Weihrauch geht beim Einzug vorne.


Vor den Altarstufen treten – je nach örtlichen Gegebenheiten – Faß- und Schiffchenträger nach rechts in die zweite Reihe, also praktisch vor die vordere rechte Bank.


Kniebeuge (Faß nötigenfalls mit der Linken an der Kette fassen)


Altarinzens: Nach dem Altarkuß des Priesters treten die Thurifer von rechts an ihn heran, um ihn Weihrauch einlegen zu lassen. Nach dem Einlegen geht der Schiffchenträger auf die linke Seite des Priesters oder tritt zur Seite. Die Inzens verläuft wie oben beschrieben.


Nach der Altarinzens machen die Thurifer mit dem Priester eine Verneigung zum Altar und bringen Faß und Schiffchen an ihren Ort (Ständer/Sakristei). Dabei gehen sie hinter dem Priester vom Altar weg – also nicht zwischen diesem und dem Altar.


Wenn der Weihrauch verbraucht ist (man merkt es am Geruch und daran, daß es nicht mehr raucht), sollten die Thurifer die Kohle freikratzen. Dies geschehe ruhig und dezent, damit der Gottesdienst nicht gestört wird.

- Evangelium

Nach der (zweiten) Lesung Weihrauch holen – oder schon während des Antwortpsalms oder der (zweiten) Lesung, wenn es der Weg verlangt. Beim Verlassen und Betreten der Kirche Kniebeuge oder Verneigung zum Altar (Tabernakel).


Am Priestersitz einlegen lassen.


Am Altar aufstellen, und zwar – je nach örtlichen Gegebenheiten – ausnahmsweise hinter den Evangelienleuchtern, wenn diese sich auch am Altar aufstellen. Man richte sich an den Altarkanten aus und stehe in jedem Fall so weit auseinander, daß der Diakon/Priester dazwischentreten kann.


Der Priester/Diakon tritt vor den Altar, der Priester berbeugt sich tief und spricht leise das Vorbereitungsgebet (der Diakon hat vom Priester statt dessen einen Segen erhalten). Diese Verneigung machen die Meßdiener nicht mit. Sobald der Diakon/Priester das Evangeliar ergreift (oder nach dem Vorbereitungsgebet) verneigen sich die Meßdiener mitteltief zum Altar und ziehen in der Reihenfolge Weihrauch – Evangelienleuchter –Priester/Diakon zum Ambo.


Am Ambo (nach rechts) ausweichen, um Leuchterträger vorbei zu lassen, die dann links und rechts vom Ambo stehen. Hinter dem Priester/Diakon am Ambo aufstellen (mit dem Gesicht zum Evangeliar).


Nach „Aus dem heiligen Evangelium nach N.“ dem Diakon/Priester Faß von rechts anreichen, vor und nach der Inzens des Evangeliars mitteltiefe Verneigung, nach der Inzens des Evangeliars Faß wieder abnehmen. Wenn ein Priester das Evangelium liest, hält man diesem bei der Inzens das Meßgewand wie bei der Altarinzens.


Nach dem Evangelium wieder zurück zum Altar, aufstellen wie vorher, Verneigung zum Altar/Kniebeuge zum Tabernakel.


Weihrauch an seinen Ort bringen. Je nach Qualität der Kohle und Länge der Messe wird es nun nötig sein, eine neue Kohle einzulegen. Dazu geht man am besten in die Sakristei, kratzt die Kohlen im Faß frei und legt eine neue Kohle auf die Glut – mit der Kuhle nach oben, da diese der Aufnahme des Weihrauchs dient. Dann schwenkt man das Faß, bis die neue Kohle glüht.



- Gabenbereitung und Hochgebet


Nach den Fürbitten Weihrauch holen, wenn er in die Sakristei gebracht wurde.


Nachdem Brot und Wein bereitet sind, also vor der Handwaschung, am Altar von rechts an den Priester herantreten und ihn einlegen lassen. Der Priester bleibt dazu in der Altarmitte stehen.


Der Priester inzensiert die Gaben (Verneigung erst nach der Gabeninzens) und den Altar, dazu beim Einzug genannte Regeln beachten.


Wirkt ein Diakon mit, inzensiert dieser den/die Priester und das Volk, andernfalls tut dies der Faßträger. Dies verläuft in folgender Reihenfolge: 1. Hauptzelebrant, 2. Konzelebranten (das sind die mit dem Hauptzelebranten „mitfeiernden“ Priester; sie werden einzeln inzensiert; wenn es zu viele sind, als Gruppe), 3. andere Personen im Chorraum (als Gruppe), 4. Gemeinde im Kirchenschiff in Einzelzügen Mitte – links – rechts. Ist der Kirchenraum stark gegliedert (Querhaus mit Plätzen für die Gläubigen, weit ausladende Seitenschiffe), so kann man die Volksinzens in den verschiedenen Schiffen oder Richtungen wiederholen.


Anschließend in der Mitte unten an die Altarstufen treten (nach links umdrehen „wie ein Mann“, damit das Faß rechts bleibt), nach dem Sanctus niederknien, falls nötig selbständig Weihrauch nachlegen (dazu vorher die Kohle freikratzen!).


Bei der Wandlung den Leib und das Blut Christi mit jeweils drei Doppelzügen (in eine Richtung) inzensieren, während der Priester sie erhebt. Das geschieht am besten synchron mit dem Wandlungsschellen; zwischen den Doppelzügen kann man eine kleine Pause lassen. 


Nach dem Vaterunser Weihrauch in die Sakristei oder zum Ständer bringen (vorher und nachher Kniebeuge zum Allerheiligsten auf dem Altar).



Auszug


Da der Auszug im Unterschied zum Einzug nicht das Kommen des Herrn symbolisiert, kann er ohne Weihrauch erfolgen (allerdings müßte man dann kosequenterweise auch die Leuchter weglassen). Wenn man Weihrauch mitführen will, geschieht das in folgender Weise:


Wenn die Kommunion beendet ist und die Tabernakeltüren geschlossen sind, Weihrauch holen (selbständig einlegen).


Weihrauch und Kreuzgruppe nehmen am Anfang des Mittelgangs Aufstellung (Weihrauch geht vor, steht also zur Kniebeuge hinter der Kreuzgruppe)


Nach der Kniebeuge (Achtung: Die Kreuzgruppe macht eine Verneigung) warten, bis die anderen Meßdiener herangekommen sind, „wie ein Mann“ umdrehen und beim Auszug vorangehen.


In der Sakristei stellen sich alle so zum Kreuz hin auf, daß der Priester vor ihm Platz hat. Wo es üblich ist, knien sie zum Kreuz hin nieder und bitten den Priester um den Segen („Herr gib den Segen“). Bei der Verneigung zum Kreuz sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Alle antworten: „In Ewigkeit. Amen.“



d) Der Weihrauchdienst in der Vesper


Zum Aufbau der Vesper vgl. „Gotteslob“ Nr. 627-632. Der Vorsteher der Vesper (Priester oder Diakon) heißt „Offiziant“. Der Ablauf der Vesper mit sakramentalem Segen ist örtlich unterschiedlich: Hier wird das Allerheiligste zum Magnificat (Lobgesang Mariens: „Meine Seele preist die Größe des Herrn“) ausgesetzt, da danach, dort erst nach dem Schlußgebet. Der folgende Ablauf ist entsprechend anzupassen.



- Einzug, Eröffnung bis Lesung


Weihrauch wird beim Einzug normalerweise nicht mitgeführt. Auf jeden Fall gibt es zu Beginn weder Altarkuß noch -inzens, wohl aber die bei Ein- und Auszug übliche Reverenz (Kniebeuge/tiefe Verneigung).


Alle bleiben an ihren Plätzen stehen. Vor der ersten Antiphon (Kehrvers des ersten Psalms) oder nach dem ersten Halbvers des Psalms (bei „*“) setzen sich alle. Jeweils bei „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“ (steht man auf und) verneigt man sich (im Sitzen Kopfverneigung, im Stehen Brustverneigung).


Zur Lesung steht man auf – evtl. Evangelienleuchter.



- Zum Magnificat: Altar-, Offizianten- und Volksinzens


Wenn die Vesper nach der neuen Ordnung gefeiert wird, folgt nach der Eröffnung, dem Hymnus (= Loblied), zwei Psalmen, dem neutestamentlichen Canticum (= Gesang) und der Lesung das Responsorium (= Antwortgesang). Dazu holen die Thurifer Weihrauch. In der klassischen Form der Vesper holt man den Weihrauch zum Hymnus, der auf die (fünf) Psalmen und die Lesung folgt. (Kniebeuge/mitteltiefe Verneigung beim Verlassen und Betreten der Kirche)


Zum Priestersitz, einlegen lassen.


Auf dem Weg zum Altar gehen die Thurifer vor dem Offizianten. Sie stellen sich neben ihm links und rechts am Altar auf – üblicherweise auf der Seite des Volkes.


Der Faßträger übergibt das Faß dem Offizianten, ergreift dessen Chormantel (falls er einen trägt) und schlägt ihn zurück.


Kniebeuge (wenn sich das Tabernakel auf dem Altar befindet) oder mitteltiefe Verneigung mit dem Offizianten, Altarinzens, wobei der Faßträger – den Chormantel haltend – immer rechts vom Offizianten bleibt. Der Schiffchenträger folgt dem Offizianten um den Altar oder bleibt während der Inzens etwas abseits stehen und tritt am Ende der Inzens wieder links neben den Offizianten. Wenn der Altar zur Inzens nicht umschritten, sondern nur dessen Vorderseite inzensiert wird, ergreift Schiffchenträger die linke Seite des Chormantels und bleibt links vom Offizianten. Abschließend wieder Kniebeuge bzw. Verneigung.


Der Schiffchenträger geht hinter dem Offizianten her auf die Seite des Faßträgers zur Inzens des Offizianten. Dieser wendet sich dazu nach rechts, so daß er den Altar zur Linken hat. Andernfalls geht er zum Sitz, und die beiden Thurifer treten vor ihn. Nun wird er inzensiert: mitteltiefe Verneigung, drei Doppelzüge in eine Richtung, Verneigung. Dann folgt die Inzens (der anderen Kleriker [Bischöfe, Priester, Diakone] im Chorraum in gleicher Weise und dann die) des Volkes von der Mitte der Altarstufen aus: Verneigung, drei Einzelzüge Mitte - links - rechts, Verneigung. Vgl. das zur Volksinzens im Hochamt Gesagte.


Weihrauch nicht wegbringen, sondern zum Altar „wie ein Mann“ umdrehen, beim „Glória Patri et Fílio et Spirítui Sancto“/„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“ am Ende des Magnificat zum Altar mitteltief verneigen. Dann wieder umdrehen (bei der Antiphon) die Altarstufen hinuntergehen und links und rechts aufstellen.


Wenn die Vesper ohne Aussetzung und sakramentalen Segen gefeiert wird, können die Thurifer nach der Volksinzens an ihre Plätze gehen oder sich bereits an den Altarstufen aufstellen, wo sie bis zum Auszug bleiben.



- Aussetzung


Sonn- und festtags wird die Vesper meist mit dem sakramentalen Segen abgeschlossen. Bei der eucharistischen Anbetung begegnen wir Christus im Altarssakrament, das morgens gefeiert wurde. Er bleibt im gewandelten Brot gegenwärtig. Man bittet mit dem sakramentalen Segen den Herrn, bei den Seinen zu bleiben, wie es die Emmausjünger am Abend des Ostertages getan haben, und sie zu segnen.


Zur Aussetzung bringt ein Meßdiener (nötigenfalls der Schiffchenträger, der dazu das Schiffchen abstellt) die Monstranz zum Altar und stellt sie links so an dessen Vorderseite, daß die Tür der Monstranz nach rechts zur Altarmitte zeigt. Wenn das Allerheiligste im Tabernakel bereits in der Monstranz aufbewahrt wird, entfällt dies.


Wenn der Offiziant das Allerheiligste aus dem Tabernakel holt, knien alle auf der Altarstufe nieder, und zwar so, daß der Offiziant zwischen den Thurifern bequem Platz hat. Mancherorts wird schon zur Aussetzung ein Velum benutzt, das ein Meßdiener, z.B. der Faßträger dem Offizianten oder assistierenden Diakon umlegt und abnimmt, sobald das Allerheiligste auf dem Altar steht – üblicherweise bei der Kniebeuge des Offizianten/Diakons. In manchen Kirchen wird das Allerheiligste bei Aussetzung und Reponierung von Kerzen begleitet.


Nachdem der Offiziant das Allerheiligste auf den Altar gestellt (und in der Monstranz ausgesetzt) hat, kommt er auf die Altarstufe zwischen die Meßdiener und kniet nieder. Falls ein Diakon aussetzt, geht der Offiziant mit den Thurifern an die Stufe. Wenn nun noch einmal eingelegt wird, stehen die Thurifer mit dem Offizianten auf (die anderen nicht), und der Schiffchenträger geht hinter dem Offizianten herum neben den Faßträger (dem Allerheiligsten nie den Rücken zuwenden!). Man kann den Weihrauch auch einlegen, indem der Offiziant einen Schritt zurücktritt, die Thurifer sich zueinander wenden und ihm so Faß und Schiffchen hinhalten. Der Weihrauch wird vor ausgesetztem Allerheiligsten nicht gesegnet, das Faß kann also sofort geschlossen werden. Nach dem Einlegen geht der Schiffchenträger gegebenenfalls wieder an seinen Platz. Offiziant und Thurifer knien nieder. Der Offiziant übernimmt das Rauchfaß, beide Thurifer halten den Chormantel offen, alle machen eine mitteltiefe Verneigung, der Offiziant inzensiert das Allerheiligste, es folgt erneut eine mitteltiefe Verneigung, dann gibt der Offiziant das Faß zurück.


Wenn ein Diakon dem Offizianten (Priester) assistiert, übernimmt er die Aussetzung (mit Velum), der Priester aber die Inzens.



- Sakramentaler Segen


Nach Fürbitten, Vaterunser und Tagesgebet folgt das Tantum ergo („Gotteslob“ Nr. 493/494, 5.6 oder 495/496). Meist singt der Offiziant die erste Zeile: „Tantum ergo sacraméntum“ (manchmal wird das Lied sofort von allen gemeinsam, manchmal auch auf deutsch gesungen: „Sakrament der Liebe Gottes“). Zu dem folgenden Wort „venerémur“ („laßt uns verehren“) macht man eine leichte Verneigung. Der Offiziant steht mit den Thurifern auf, um Weihrauch einzulegen (wie unter g). Alle knien nieder. Der Offiziant singt die zweite Strophe an („Genitóri Genitóque“) alle verneigen sich leicht zu „laus et jubilátio“ („Lob und Jubel“), der Offiziant übernimmt das Rauchfaß, macht mit den Thurifern eine mitteltiefe Verneigung und inzensiert das Allerheiligste. (In der Praxis übernimmt der Offiziant sofort nach dem Ansingen der zweiten Strophe das Faß, macht die Verneigung zu „laus et jubilatio“ und beginnt sofort mit der Inzens.)


Es folgt der Versikel „Panem de cœlo præstitísti eis. - Omne delectaméntum in se habéntem“ („Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben, das alle Erquickung in sich birgt“ - "Gotteslob" Nr. 592, 4). Der Offiziant steht auf und singt „Orémus“ („Lasset uns beten“). Der Schiffchenträger stellt das Schiffchen auf die Stufe, steht auf, holt das Velum, in dem er es so an den Schließen faßt, daß die Außenseite des Velums zu ihm gewandt ist und stellt sich hinter den Offizianten. Wenn dieser das Gebet beendet hat (und niederkniet), legt der Schiffchenträger ihm das Velum über die Schultern (die Schließen [„Schnallen“] in die Hände geben), richtet es nötigenfalls (darauf achten, daß das Velum an beiden Seiten ganz entfaltet ist und glatt herunterhängt; Velum oben in der Mitte bis zur halben Kopfhöhe hochziehen und loslassen) und kniet bei den Schellen nieder.


Zum sakramentalen Segen: Sobald der Offiziant an den Altar tritt, steht der Faßträger auf und kniet sich in die Mitte. (So sieht es jedenfalls besser aus; er kann auch an seinem Platz bleiben.) Wenn der Offiziant das Allerheiligste ergriffen hat und sich zum Segen umdreht, macht der Faßträger eine mitteltiefe Verneigung und beginnt, das Allerheiligste mit drei Doppelzügen in eine Richtung zu inzensieren. Parallel dazu schellt der Schiffchenträger dreimal: 1. wenn der Offiziant sich mit der Monstranz umdreht, 2. beim Längsbalken des Kreuzzeichens, 3. beim Querbalken. Wenn mehrere Meßdiener beteiligt sind, kann das Schellen mit zwei Glocken erfolgen. – Beim sakramentalen Segen gibt es unterschiedliche Läutebräuche. Nach der Inzens macht der Faßträger wieder eine mitteltiefe Verneigung.


Wenn ein Diakon assistiert, reicht dieser dem Priester zum Segen die Monstranz. Trotzdem bekommt nach der Oration der Priester das Velum, wie beschrieben. Nach dem Segen übergibt der Priester dem Diakon die Monstranz, der sie nach der Kniebeuge des Priesters auf dem Altar abstellt. Der Schiffchenträger nimmt dem Priester das Velum ab und legt es dem Diakon an, damit er es zur Reposition trägt, wobei der Schiffchenträger behilflich sein kann.



- Reposition und Auszug


Nach dem Segen wird das Allerheiligste wieder in das Tabernakel gebracht, d.h. reponiert. (Den Vorgang nennt man „Reposition“, d.h. „Rück-Setzung“.) Dazu behält der Offiziant das Velum, wenn kein Diakon assistiert, sonst nimmt man dem Offizianten das Velum ab und legt es dem Diakon um. Der Schiffchenträger geht vor dem Offizianten/Diakon zum Tabernakel, tritt zur Seite und ist nötigenfalls bei der Reponierung behilflich (Türen). Nach der Reposition und der Kniebeuge, die der Schiffchenträger mitmacht, nimmt er ihm das Velum ab. Der Offiziant/Diakon öffnet dazu das Velum und reicht die Schließen über seine Schultern nach hinten. Der Schiffchenträger legt es ordentlich wieder an seinen Ort. Dann geht er geht zurück an seinen Platz, kniet nieder und nimmt das Schiffchen auf. Falls der Faßträger in der Mitte kniet, steht er auf, sobald die Tabernakeltüren geschlossen sind, und tritt wieder an die Seite. Es sieht besser aus, wenn er nun noch einmal niederkniet und wartet, bis der Schiffchenträger mit seinem Schiffchen aufsteht. Es ist schön, wenn der Faßträger das Gebetbuch des Offizianten beim Aufstehen in die Hand nimmt und es ihm reicht, damit er sich nicht bücken muß, falls er es zum Schlußlied benutzen möchte. Nach oder während des Schlußliedes Kniebeuge (Faß an der Kette kurz fassen) und Auszug – Faßträger rechts.



d) Zum sakramentalen Segen am Herz-Jesu-Freitag und in Andachten


Am Herz-Jesu-Freitag (erster Freitag im Monat*) wird am Ende der Messe (nach dem Schlußgebet) der sakramentale Segen erteilt. Hierzu stellt ein Meßdiener die Monstranz auf den Altar, wie bei der Vesper beschrieben, nachdem die heiligen Geräte vom Altar zur Kredenz gebracht sind. Dann holen die Thurifer den Weihrauch. Der weitere Verlauf ist so wie beim sakramentalen Segen in der Vesper (II.3.d.d, ein Magnificat mit Altarinzens gibt es nicht).


* Der Brauch, jeden ersten Freitag im Monat die Votivmesse vom Herzen Jesu zu feiern und die Eucharistie zu verehren, geht u.a. auf die heilige Margarete Maria Alacoque (1647-1690) zurück. Jesus hat durch sie den Verehrern seines Herzens verheißen: „Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein.“


Bei Andachten mit sakramentalem Segen gilt Entsprechendes: Zur Aussetzung des Allerheiligsten Weihrauch holen (vorher in der Sakristei den Priester/Diakon nach dem Zeitpunkt fragen), alles weitere wie unter II.3.d.d beschrieben.

Der Thuriferdienst zusammengefaßt:
Einsatz in der Messe zu Einzug, Evangelium, Gabenbereitung, Hochgebet und Auszug

Einzug:
1.   Einlegen lassen in der Sakristei (notfalls selbst einlegen)
2.   Weihrauch geht vorne, das Faß immer rechts
3.   Altarinzenz durch den Priestern
4.   Weihrauch wegbringen

Wortgottesdienst:
1.   Nach der (zweiten) Lesung oder früher Weihrauch holen
2.   Einlegen lassen am Priestersitz
3.   Aufstellen zur Evangelienprozession; Zug zum Ambo
4.   Inzens des Evangeliars durch den Priester
5.   Weihrauch nach dem Evangelium wegbringen; evtl. neue Kohle nachlegen

Gabenbereitung:
1.   Weihrauch holen
2.   Nach der Darbringung des Kelches einlegen lassen am Altar
3.   Inzens der Gaben und des Altars durch den Priester
4.  Inzens des Haupt-, der Konzelebranten und des Volkes durch den Diakon oder Thurifer

Hochgebet:
1.   evtl. Einlegen nach dem Sanctus
2.   Inzens zur Elevation von Leib und Blut Christi

Auszug:
1.   Weihrauch holen bei der Purifikation (selbst einlegen)
2.   Aufstellen hinter der Kreuzgruppe im Mittelgang (Gesicht zum Altar)
3.   Beim Auszug geht Weihrauch vorne
4.   Auszug wie Einzug
Einsatz in der Vesper und zum Sakramentalen Segen

Vesper:
1. Weihrauch evtl. beim Einzug mitnehmen, keine Altarinzens, nach der Reverenz wegbringen
2.  Weihrauch holen nach der Lesung
3.  zum Magnificat am Priestersitz einlegen lassen (vor ausgesetztem Allerheiligsten an der Altarstufe)
4.  Altarinzens durch den Priester
5. Priester- und Volksinzens durch den Diakon/Thurifer (nicht vor ausgesetztem Allerheiligsten)
6.  Weihrauch beim Auszug mitnehmen

Sakramentaler Segen:
1.  Zur Aussetzung Weihrauch holen
2.  Nach der Kniebeuge einlegen lassen an den Altarstufen (Faßträger geht dazu hinter dem Priester herum an dessen rechte Seite); niederknien, Inzens durch den Priester
3.  Zur ersten Strophe des Tantum Ergo einlegen lassen (aufstehen usw. wie oben)
4.  Inzens des Allerheiligsten zur zweiten Strophe durch den Priester
5.  Bei „Oremus“ holt der Schifchenträger das Velum (alle anderen bleiben Knien) und legt es dem Priester nach dem Gebet um
6.  Schellen und Inzens zum Segen
7.  Velum abnehmen nach dem Segen
8.  Aufstehen, wenn die Tabernakeltür geschlossen ist
9.  Weihrauch zum Auszug mitnehmen




4. Kreuzträger und Evangelienleuchter


a) Bedeutung

Das Kreuz ist das Zeichen Christi und unserer Erlösung. Am Kreuz hat Jesus sein Blut vergossen „zur Vergebung der Sünden“, wie er selbst am Abend vor seinem Tod gesagt hat. Auch wenn wir uns an den Anblick des Kreuzes gewöhnt haben: Dieses Bild eines grausam Hingerichteten ist im wahrsten Sinne des Wortes merk-würdig: Wir glauben an den Gott, der selbst diesen schmachvollen Tod nicht gescheut hat, um ganz einer von uns zu sein und um unsere Sünden auf sich zu nehmen. Schon der alttestamentliche Prophet Jesaja wußte, daß Gott uns auf diese Weise retten würde: „Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53, 5)

Der spätere römische Kaiser Konstantin sah vor der entscheidenden Schlacht gegen Maxentius an der Milvischen Brücke bei Rom im Jahr 312 ein Kreuz am Himmel mit der Inschrift: IN HOC SIGNO VINCES („In diesem Zeichen wirst du siegen“). Konstantin, damals noch Heide, hat das konkret auf seinen militärischen Sieg bezogen und seine Truppen mit dem Kreuz als Feldzeichen ausgestattet. Gemeint aber ist vor allem, daß wir „im Zeichen des Kreuzes“, also im Glauben und in der Nachfolge Christi das ewige Leben gewinnen.

Zur Bedeutung der Kerzen in der Liturgie: siehe Einleitung zum Dienst der Ceroferare. 

Ein Ursprung der Evangelienleuchter liegt im Lichtentzünden in der jüdischen Abendliturgie und im Römischen Reich. Damals wurden dem Kaiser, hohen staatlichen Beamten und Senatoren Fackeln vorangetragen, wenn diese sich bei Dunkelheit durch die Straßen bewegten. Damit wurde der Weg beleuchtet (es gab ja noch kein elektrisches Licht), aber auch ein hoher Würdenträger angekündigt, dem man mit Ehrfurcht begegnen mußte.

Wenn wir mit den Evangelienleuchtern das Kreuz bei Ein- und Auszug begleiten und zur Verkündigung des Evangeliums leuchten, dann heißt das: „Hier kommt der König und das Licht der Welt: Jesus Christus. Begegnet ihm mit Ehrfurcht!“

Die Träger der Evangelienleuchter sind also nicht einfach „Dekoration“. Sie verkündigen die Gegenwart Jesu: am Beginn und Ende der heiligen Feier, weil Jesus denen, die sich in seinem Namen versammeln, seine Gegenwart zugesagt hat („Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ – Mt 18, 20), und zum Evangelium, in dem er selbst uns im Wort begegnet. (Die Evangelien erzählen vom Leben Jesu – wenn das Evangelium gelesen wird, will er in unser Leben kommen, so wie er damals in diese Welt gekommen ist.)


b) Einsatz der Evangelienleuchter und des Kreuzträgers

Evangelienleuchter und Vortragekreuz gehören nicht zum Kern der liturgischen Dienste, zu denen man den Altar- und den Buchdienst zählt. Wie Weihrauch dienen sie der Verfeierlichung. Dennoch sind sie kein beliebiger Zusatz. Sicher kann man die Messe auch ohne sie feiern, aber sinnvoller ist es, wenigstens an Feiertagen das Kreuz und die Evangelienleuchter mitzunehmen, weil sie dem „Gebet des Herzens“ dienen (Gebet ist ja nicht nur Kopfsache). Je nach der Zahl der zur Verfügung stehenden Meßdiener kann man die Feierlichkeit stufen. Die erste Stufe über der „Grundbesatzung“ von Altar- und Buchdienst ist der Einsatz von Evangelienleuchtern, die zweite Kreuz, die dritte Weihrauch, die vierte Fähnchen (ab der fünften ist mehr Phantasie gefragt...).


c) Orte, Haltungen

Die Evangelienleuchter trägt man mit der Außenhand (das ist die dem Partner abgewandte) oben am Schaft des Leuchters, bei längeren Leuchtern faßt man den Schaft in der Mitte. Der Oberarm liegt am Oberkörper an. Die Fingerspitzen der freien, gerade ausgestreckten Hand legt man, die Handfläche nach oben, die Finger aneinander liegend, gerade unter den Leuchterfuß. Der Unterarm liegt leicht am Bauch an.

Die Leuchter werden relativ hoch getragen: Tropfenteller etwa auf Schulter- oder Augenhöhe, wichtiger aber ist die gleiche Höhe beider Leuchter. Man hält den Leuchter seitlich vor sich, vor dem Oberarm. Das ganze darf durchaus ein wenig ritterlich-stolz aussehen. („Bauch rein, Brust raus, Kinn hoch!“)

Das Vortragekreuz wird mit beiden Händen mittig vor der Brust getragen. Das untere Ende des Stabes darf die Beine des Trägers beim Gehen nicht behindern. Man trage das Kreuz recht hoch, so daß man es von weitem sehen kann. Dabei ist natürlich Vorsicht geboten: Türstürze, ewiges Licht, Adventskranz usw. sind zu „schonen“... Es ist darauf zu achten, daß der Kruzifixus (= der Gekreuzigte) gerade nach vorne schaut. Wenn das Kreuz abgesenkt werden muß, z.B. wenn man durch eine Tür geht, dreht man zunächst es um 180°, so daß der Gekreuzigte nach hinten schaut, und senkt dann das Kreuz nach vorne ab, so daß er oben auf dem Kreuz liegt. Danach wird das Kreuz wieder gehoben und dann gedreht. Beim Stehen wird das Kreuz abgesetzt.

Der Ort, wo Kreuz und Leuchter abgestellt werden, ist örtlich verschieden. Es ist sinnvoll, daß man die Ständer für Leuchter und Kreuz (falls der Priester zum Volk hin zelebriert, in einigem Abstand) mittig hinter dem Altar aufstellt – oder, wenn der Kirchenraum es gestattet, vor diesem als Altarkreuz und dann mit dem Kruzifixus zum Altar gewandt, damit der Priester beim beten darauf schauen kann.


d) Einzug

Beim Einzug gehen die Evangelienleuchter neben dem Kreuz – ist zu wenig Platz, vor diesem – und bilden so die „Kreuzgruppe“. Wenn kein Kreuz mitgeht, gehen sie vorne bzw. hinter dem Weihrauch. Wenn nur das Evangeliar (=Evangelienbuch) beim Einzug mitgenommen wird, aber kein Kreuz, dann gehen die Evangelienleuchter neben/vor dem Evangeliar. – Leider hat sich an vielen Orten die Unsitte eingeschlichen, daß das Kreuz vor den Leuchtern geht. Das geschieht vielleicht, weil man dem Kreuz den Vortritt lassen will, ist aber falsch gedacht: Die Leuchter künden Christus an.

Die Kreuzgruppe geht hinter dem Weihrauch und vor den anderen Diensten. Großer Einzug durch das Hauptportal oder größerer Einzug durch den Seitengang nach hinten und dann durch den Mittelgang nach vorne.

An den Altarstufen gibt es mehrere Möglichkeiten:

1.) Vor der ersten Bank geht die Kreuzgruppe nach links, um die anderen vorbeizulassen (die Thurifer gehen nach rechts). Dabei drehen sich die drei Meßdiener am Ende des Mittelgangs nach links, gehen hintereinander vor die Bank und wenden sich dann wieder nach vorne.

2.) Die Kreuzgruppe geht ohne Reverenz geschlossen rechts um den Altar herum (nebeneinander bleiben) und stellt sich hinter ihm mit dem Blick zu diesem auf. Dabei achtet man darauf, daß das Kreuz genau in der Mitte steht. Die Leuchter sollten sich in der Verlängerung der Altarkanten aufstellen. Man läßt ausreichend Abstand für die Altarinzens. Wenn beim Einzug das Evangeliar mitgeführt wird, wird es vor der Kniebeuge auf dem Altar aufgestellt. Die Leuchter bleiben beim Kreuz. Zur Kniebeuge macht die Kreuzgruppe eine Kopfverneigung zum Altar. Sie bringen anschließend (nach der Inzens) das Kreuz und die Leuchter an ihren Ort. Wenn sie die Leuchter und Kreuz abgestellt haben, machen die Meßdiener eine Brustverneigung zum Kreuz und gehen an ihre Plätze.

3.) Wenn kein Kreuz, aber das Evangeliar mitgeführt wird, gehen die Leuchterträger an den Altarstufen nach außen (wie unter 4). Wenn aber die Evangelienleuchter auch als Altarleuchter dienen, gehen sie mit dem Evangeliar zum Altar und stellen sie darauf ab. Verneigung, zurück an die Stufen, dort gemeinsame Kniebeuge, weiter wie unter 4.

4.) Wenn kein Kreuz und kein Evangeliar mitgeführt werden, gehen die Leuchterträger an der Spitze der Prozession (ggf. hinter dem Weihrauch) und teilen sich an den Altarstufen, so daß sie zur Kniebeuge außen stehen. In diesem Falle machen sie die Kniebeuge mit (Kerzen gerade halten!). Dann kommen sie (mit den anderen Meßdienern) in der Mitte zusammen und gehen (in zwei Reihen) nebeneinander die Altarstufen hinauf. Wo es üblich ist, stehen sie zum Altarkuß neben dem Priester und machen eine Kopfverneigung zum Altar. Dann (gehen sie an beiden Seiten um den Altar herum, kommen dahinter zusammen) stellen die Leuchter an den vorgesehenen Ort und gehen an ihre Plätze.


e) Wortgottesdienst

Zum Evangelium: Nach der (an Sonntagen und Hochfesten: zweiten) Lesung, beim Vorspiel der Orgel zum Ruf vor dem Evangelium (das ist außerhalb der Fastenzeit das Halleluja) holen die Leuchterträger die Evangelienleuchter und stellen sich – gegebenenfalls vor dem Weihrauch (!) – so am Altar auf, daß der Diakon/Priester, der das Evangelium verkündet, zwischen sie treten kann – am besten in der Verlängerung der Altarkanten. Die Leuchter tragen sie in der Außenhand. Der Diakon/Priester tritt in ihre Mitte. Der Priester spricht verneigt leise das Vorbereitungsgebet (der Diakon hat vom Priester statt dessen einen Segen erhalten). Diese Verneigung machen die Leuchterträger nicht mit. Sobald der Diakon/Priester das Evangeliar ergreift (oder nach dem Vorbereitungsgebet) machen die Leuchterträger eine Kopfverneigung zum Altar, wenden sich zueinander um und gehen nebeneinander, gegebenenfalls hinter dem Weihrauch, vor dem Diakon/Priester zum Ambo – Leuchter in der Außenhand; in der Regel wird man sich also vom Altar abwenden und die Hände wechseln. Sie stellen sich links und rechts vom Ambo mit dem Gesicht zueinander auf. Die Leuchter hält man in der Hand zum Volk hin.

Nach dem Evangelium gehen beide (mit den Thurifern) den gleichen Weg zurück, Verneigung zum Altar (ggf. mit dem Diakon/Priester, falls dieser nicht zur Predigt am Ambo bleibt), Kerzen wegbringen und auf die Plätze gehen.


f) Eucharistisches Hochgebet, Vaterunser, Friedensgruß

Das eucharistische Hochgebet feiern die Träger von Kreuz und Evangelienleuchtern an ihren Plätzen mit (z.B. im Chorgestühl) oder sie gehen zu Beginn der Gabenbereitung an die Altarstufen. Nach dem Vaterunser treten sie, wo es üblich ist, mit den anderen Meßdienern zum Friedensgruß an den Altar – vgl. hierzu das zum Assistenten- und Akoluthendienst Gesagte.


g) Kommunion und Dankgebet

Vgl. hierzu das zum Assistentendienst Gesagte.

h) Auszug

Nach dem Abräumen des Altares werden Kreuz und Leuchter geholt. Dazu stellen sich deren Träger sich wie beim Abstellen des Kreuzes auf, verneigen sich zum Kreuz und gehen, nachdem der Kreuzträger das Kreuz aus dem Ständer genommen hat, rechts um den Altar herum in den Mittelgang. Auf Höhe etwa der dritten Bank drehen sie sich zum Altar (ggf. Weihrauch durchlassen!). Zur Kniebeuge der anderen machen sie eine Kopfverneigung, warten, bis die anderen Meßdiener herangekommen sind, drehen sich um – die Leuchterträger nach innen, der Kreuzträger nach rechts – und ziehen in gewohnter Weise aus.

n der Sakristei stellen sich alle so zum Kreuz hin auf, daß der Priester vor ihm Platz hat. Wo es üblich ist, knien sie zum Kreuz hin nieder und bitten den Priester um den Segen („Herr gib den Segen“). Bei der Verneigung zum Kreuz sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Alle antworten: „In Ewigkeit. Amen.“

Der Kreuz- und Leuchterdienst zusammengefaßt:
Einsatz zu Einzug, Evangelium und Auszug

Einzug:
1.   Evangelienleuchter gehen neben (vor) dem Kreuz, sonst vorne, hinter dem Weihrauch.
2.   Am Altar neben dem Kreuz bleiben, entweder vor der linken Bank oder gemeinsam und möglichst nebeneinander rechts um den Altar herumgehen und dahinter mit dem Gesicht zu diesem aufstellen.
3.   Nach der Inzens (sonst nach dem Altarkuß) Kreuz und Leuchter abstellen.

Wortgottesdienst:
Leuchter zum Evangelium.

Purifikation und Auszug:
1.   Während oder nach der Purifikation Kreuz und Leuchter holen und im Mittelgang aufstellen (mit dem Gesicht zum Altar).
2.   Auszug wie Einzug.


5. Ceroferare
(Faciferare, Fackel-, Flambeau- oder Kerzenträger, Stufendiener)
von lat. cera = Wachs und lat. ferre = tragen

a) Bedeutung

Kerzen dienen der Feierlichkeit. Wenn ein Tisch festlich gedeckt wird, dürfen sie nicht fehlen. Wer kennt nicht die feierliche Atmosphäre eines von vielen Kerzen erleuchteten Raumes?

Die Bibel verwendet das Bild des Lichtes sehr häufig. Hier einige wichtige Beispiele:

Bei der Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten geht Gott seinem Volk nachts in einer Feuersäule voran. (Ex 13, 21)

- „Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.“ (1Joh 1, 5) Er hat unser Dunkel erhellt (vgl. Ps 18, 19) durch sein Wort, vor allem durch die Menschwerdung seines Sohnes. (Gemeint ist mit dem Dunkel alles, was uns das Leben schwer und traurig macht, vor allem die Sünde.) Er erleuchtet die, die in Finsternis und im Schatten des Todes sitzen, um ihre Schritte auf den Weg des Friedens zu lenken (vgl. Lk 1, 79).

- Jesus bezeichnet sich selbst und auch seine Jünger – also uns Christen – als das „Licht der Welt“. (Joh 8, 12; Mt 5, 14)

- Jesus braucht im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Mt 25, 1-13) das Bild der Lampe für den Glauben und die Wachsamkeit: Wer damit rechnet, daß Jesus in sein Leben kommt, wer auf ihn hofft, ist wie eine kluge Jungfrau, die beim Warten auf den Bräutigam genügend Öl für ihre Lampe dabei hat, sodaß sie ihm auch dann mit brennender Lampe entgegengehen kann, wenn sie lange auf ihn warten muß.

Im Christentum werden beim Gottesdienst Kerzen entzündet. Das hat seinen Ursprung in dem jüdischen Brauch, daß am Vorabend des Sabbath Lichter entzündet und Gott gepriesen wird. Die Kerzen in der Liturgie wollen das verdeutlichen. Das Licht der Kerzen zeigt Gottes Schöpferwillen: „Es werde Licht – Ihr sollt leben!“ Es erinnert an die Erlösung, die er uns durch seinen Sohn gebracht hat: „Freut euch, denn ihr seid gerettet!“ Es mahnt uns, den Herrn wachend zu erwarten: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22, 20)

Die wichtigste Kerze in der Kirche ist die Osterkerze. Ihr Licht sagt: Christus hat den Tod besiegt und lebt auf ewig. Sein ewiges Leben ist uns in der Taufe geschenkt worden. Darum haben wir alle bei der Taufe eine Taufkerze bekommen, die an der Osterkerze entzündet wurde. Die Kerzen, die wir in der Liturgie in den Händen tragen, stehen für unsere Taufkerzen.

Ein Ceroferar kann auf seine Kerze schauen und mit den Worten der Bibel beten:

Du, Herr, läßt meine Leuchte erstrahlen,
mein Gott macht meine Finsternis hell. (Ps 18, 29)
Bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht. (Ps 36, 10)
Komm, Herr Jesus! (Offb 22,20)

b) Einsatz der Ceroferare

Die Ceroferare werden in den Hochämtern an Festtagen eingesetzt, an manchen Orten sogar jeden Sonntag, außerdem zu besonderen Anlässen (z. B. Firmung, Erstkommunion)


c) Orte und Haltungen

Die Ceroferare und ihre (zwei oder vier) Leit-Ceroferare („Anführer“) treffen sich eine halbe Stunde vor Beginn der hl. Messe in Sakristei.

Die Leitceroferare sorgen dafür, daß die Ceroferare ordentlich angezogen werden, daß sie in der Sakristei höchstens leise sprechen (Kinder machen leicht viel Lärm, der die Gläubigen in der Kirche stört) und daß auf den Plätzen der Ceroferare in der Kirche Gebetbücher liegen.

Die Ceroferare stellen sich in zwei Reihen der Größe nach auf, die Kleinen vorne, davor die Leitceroferare. Ceroferare haben immer einen Partner, neben dem sie bei Ein- und Auszug gehen. Bei ungerader Zahl gehen im letzten „Glied“ drei Meßdiener. In diesem Falle wechselt der Partner, neben dem man geht, wenn die Richtung gewechselt wird, also die Großen vorne gehen (das kann je nach örtlichem Brauch der Fall sein), weil nun ja die drei Kleinsten nebeneinander gehen.

Die Flambeaus werden in der Außenhand getragen, d.h. in der Hand, die nicht zum Nebenmann weist. Bei Drehungen um 180° wird die Hand gewechselt. Die freie Hand liegt flach auf der Brust (unteres Ende des Brustkorbes). Man trägt die Flambeaus so, daß die „Tropfteller“ auf Schulterhöhe sind. Wenn man keine Flambeaus trägt, faltet man die Hände (ebenfalls am unteren Ende des Brustkorbes) so, daß die Handflächen lose aneinander liegen (d.h. nicht verkrampft und nicht lässig) und die Hände etwa 45° nach oben weisen. Im Sitzen ohne Flambeaus liegen die Hände nebeneinander auf den Oberschenkeln.

Wenn die Ceroferare nebeneinander stehen (z.B. im Mittelgang) und sich umwenden, drehen sie sich zueinander (Grundregel).

Wenn die Ceroferare an den Altarstufen stehen und ausziehen, um die Flambeaus zu holen oder wegzubringen, und wenn sie dazu alle an eine Seite der Kirche (Sakristei) gehen, wenden sich nach der Kniebeuge/Verneigung die beiden Hälften nach außen. Die Leitceroferare der vom Ziel entfernteren Seite führen ihre Hälfte dann an die andere Seite. Dazu gehen sie hinter den Ceroferaren her, die ihnen folgen. Dabei achte man darauf, langsam zu gehen, damit die Kinder folgen können. Die Ceroferare gehen dabei keinen Schritt nach außen, sondern warten, bis ihr Vordermann auf ihrer Höhe ist, wenden sich dann um und folgen ihm. Die andere Hälfte bleibt so lange stehen, bis die anderen neben ihnen sind.

Der Ort der Ceroferare außerhalb des eucharistischen Hochgebets befindet sich an manchen Orten in den vorderen Kirchenbänken, anderswo im Chorraum, z.B. im oder auf Bänken vor dem Chorgestühl. Die Ständer für die Flambeaus befinden sich entweder dort oder in der Sakristei. Die Flambeaus werden nur von den Leitceroferaren ausgegeben und in die Ständer gestellt.


d) Einzug

Anführer und Ceroferare gehen – je nach örtlichem Brauch – rechtzeitig um die Kirche herum durch das Turm-/Hauptportal, zünden nötigenfalls die Kerzen an und warten dort auf den Beginn der Messe.

Beim Einzug gehen die Ceroferare hinter Weihrauch und Kreuz (oder Evangeliar), vor dem Altar- und Buchdienst und den Priestern.

Bei der Prozession im Mittelgang gehen die Ceroferare in gerader Linie genau hinter den Leitceroferaren (oder den Evangelienleuchterträgern), ziemlich weit auseinander. Bei einem breiten Mittelgang geht man so, daß außen etwa je ein Viertel und in der Mitte etwa je die Hälfte der Gangbreite liegt.

An den Altarstufen ist darauf zu achten, daß man (wie immer) keine „Abkürzungen“ läuft, d.h. man geht in gerader Linie bis an die Stufen heran und dreht sich dann erst nach links und rechts, um an den Stufen entlang zu laufen. Die Bewegung ist genau, aber dennoch fließend und nicht „eckig“.

Beim Aufstellen zur Kniebeuge ist auf die nachkommenden Dienste, Diakone und Priester zu achten: Man geht so weit auseinander, daß alle an der Stufe bequem Platz finden. Hierzu müssen die Leitceroferare schnell reagieren und die Ceroferare vorher in der Sakristei darauf hingewiesen haben, daß sie hierauf achten und entsprechend nachrücken. 
Der Abstand zum Nebenmann (beiderlei Geschlechts) richtet sich nach der Zahl der liturgischen Dienste: Im Idealfall kann man sich an den Fugen der Stufenanlage, an den Säulen der Kommunionbank o.ä. ausrichten, so daß ein ordentliches Bild entsteht. Ist die Gruppe größer, so steht man dichter aneinander.

Ist die Altarstufe zu schmal, so daß die einziehenden Personen nicht alle nebeneinander Platz finden, stellen sich die Ceroferare in einigem Abstand von der Stufe auf, damit die größeren Meßdiener und die Priester vor ihnen an die Stufen treten können. Wer bei der Kniebeuge wo steht, ist von den Gegebenheiten des Kirchenraums abhängig und muß vom Zeremoniar oder den Leitceroferaren geregelt werden.

Um ein Aufsetzen der Flambeaus auf der Stufe bei der Kniebeuge zu vermeiden, stellt man sich zur Kniebeuge etwa eine Fußlänge (30 cm) vor der Stufe auf. Nun spielt die Länge der Flambeaus eine Rolle. Sind sie lang genug, kann man sie vor der Kniebeuge (leise!) abstellen. Das verhindert, daß sie bei der Kniebeuge auf dem Boden aufstoßen. Kürzere Flambeaus setzt man nicht ab und weise die Ceroferare an, darauf zu achten, daß sie bei der Kniebeuge mit den Flambeaus nicht den Boden berühren.

Die Kniebeuge (auf richtige Haltung und Bewegung achten: Oberkörper und rechter Oberschenkel bleiben in einer Linie aufrecht, rechtes Knie neben linke Hacke auf die Erde, kein „Handspiel“, Flambeau gerade halten) macht man in Richtung Tabernakel/Altar.

Die Ceroferare bleiben an den Altarstufen stehen, bis die Altarinzens beendet ist. Danach (wenn keine Altarinzens stattfindet: nach der Kniebeuge) bringen sie die Flambeaus weg: Sie machen, wenn sie nun die Kirche verlassen, eine mitteltiefe Verneigung/Kniebeuge zum Altar und folgen den Leitceroferaren in das Seitenschiff oder in die Sakristei, wo die Leitceroferare die Flambeaus in den Ständer stellen. Dann gehen die Ceroferare an ihre Plätze. Wenn sie die Kirche verlassen hatten, stellen sie sich zunächst an den Altarstufen auf und machen eine Kniebeuge/Verneigung. Die Ceroferare bleiben an ihren Plätzen stehen, nehmen gegebenenfalls ihr Gesangbuch und singen das Einzugslied mit.


e) Wortgottesdienst

Wo es üblich ist, holen die Ceroferare nach der zweiten Lesung (oder schon nach der ersten, je nach Länge des Weges) die Flambeaus und ziehen zum Ruf vor dem Evangelium (außer in der Fastenzeit „Halleluja“) an die Altarstufen wie beim Einzug – Kniebeuge/Verneigung beim Verlassen und Betreten der Kirche.

Wenn die Evangelienprozession (Diakon/Priester, Weihrauch, Leuchter) am Ambo angekommen ist, wenden sich alle zum Ambo.

Nach dem Evangelium bringen die Ceroferare die Flambeaus weg (mit den üblichen Referenzen), gehen wieder auf ihre Plätze und setzen sich.


f) Eucharistisches Hochgebet

- Gabenbereitung

Zur Gabenbereitung holen die Ceroferare die Flambeaus und warten dort bis zum Sanctus.


- Sanctus

Nach der Präfation, zum Sanctus („Heilig, heilig, heilig“) ziehen die Ceroferare an die Altarstufen. Man geht los, wenn das Volk/der Chor mit dem Singen beginnt. In der Regel zieht man zu den Altarstufen. In manchen, vor allem größeren Kirchen aber ziehen die Ceroferare zum Sanctus in den Chorraum und stellen sich um (vor/hinter) den Altar. Dazu gehen sie nebeneinander die Altarstufen hinauf, erst auf der obersten Stufe auseinander und links und rechts im gleichen Abstand um den Altar herum. Am Ende muß sich ein schönes, gleichmäßiges und symmetrisches Bild ergeben.

Die Flambeaus werden in der Außenhand gehalten (von der Mittelachse der Kirche aus gesehen) und (je nach Länge) abgestellt.


Kanon und Vaterunser

Am Ende des Sanctus knien alle nieder. Dazu macht man eine normale Kniebeuge, geht also mit dem rechten Knie neben der linken Hacke auf den Boden, und zieht dann das linke Knie nach. Oberkörper und rechter Oberschenkel bleiben dabei in einer Linie aufrecht.

Falls die Flambeaus nicht schon vorher abgestellt wurden, geschieht dies leise nach dem Niederknien. Die Blicke sind nun andächtig zu Boden gerichtet. Man betet innerlich das Hochgebet mit, das der Priester nun spricht. Bei der Wandlung erhebt der Priester das Brot, das zu Christi Leib geworden ist, und dann den Kelch, der das Blut Christi enthält. Dazu wird ein Glockenzeichen gegeben. Man schaut zu Hostie und Kelch und betet Christus an. Z.B. kann man still zu ihm sagen: „Mein Herr und mein Gott!“

Das Hochgebet endet mit den Worten „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.“ Das Volk bestätigt das mit „Amen.“ Dieses „Amen“ („so sei es“) ist noch Teil des Hochgebets. Erst danach stehen alle auf. Man zieht den linken Fuß neben das rechte Knie und drückt sich dann hoch. Dabei bleibt man in aufrechter Haltung und stützt sich nicht mit den Händen an Boden oder Kommunionbank ab.

- nach dem Vaterunser

Nach dem Vaterunser, der Friedensbitte („Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater ...“) und der Doxologie („Denn dein ist das Reich ...“) bringen die Ceroferare die Kerzen weg. Dazu machen sie eine Kniebeuge zum Allerheiligsten auf dem Altar. Der Weg ist derselbe wie zum Sanctus.

Sie kommen sofort wieder und ziehen (Leitceroferare voraus) entweder an die Altarstufen oder, wenn sie die Kommunion in zwei Reihen empfangen, in den Mittelgang, drehen sie sich nach innen um zum Altar und machen eine Kniebeuge.

Am Ende des Agnus Dei knien sie nieder.


- Kommunion und Dankgebet

Die Kommunion empfangen die Ceroferare entweder an den Altarstufen (an der Kommunionbank) nebeneinander stehend oder, indem sie in zwei Reihen zum Priester herantreten (linke Hand über die rechte legen; „Der Leib Christi.“ – „Amen.“). Nach der Kommunion kniet sich jeder zum persönlichen Gebet nieder und setzt sich, wenn er das Gebet beendet hat. Die Länge des Gebets ist natürlich Privatsache; die Anführer sollten die Kinder aber durch ihr eigenes Gebet ermuntern, sich dafür Zeit zu lassen und gegebenenfalls zur Ruhe und Rücksicht auf diejenigen mahnen, die noch beten wollen. Am besten stehen die Ceroferare gemeinsam auf und setzen sich; die Leitceroferare nehmen zuvor Augenkontakt auf.


- Auszug

Wenn die Kommunionausteilung beendet ist und der Altar abgeräumt wird, holen die Ceroferare ihre Flambeaus (Kniebeuge/Verneigung) und stellen sich an den Stufen auf. Sie lassen in der Mitte Platz für Priester und große Meßdiener. Nach der Kniebeuge „überholen“ sie Altar- und Buchdienst, Diakone und Priester und gehen zum Mittelgang hin aufeinander zu. Hier muß man Verzögerungen vermeiden, weil sonst Lücken in der Prozession entstehen. Auch sei nochmals an die Versuchung erinnert, „Abkürzungen“ zu laufen. In der Mitte gehen sie – wie beim Einzug – hinter der Kreuzgruppe durch den Mittelgang, und ziehen in die Sakristei.

Alle stellen sich so zum Kreuz hin auf, daß der Priester vor ihm Platz hat. Wo es üblich ist, knien sie zum Kreuz hin nieder und bitten den Priester um den Segen („Herr gib den Segen“). Bei der Verneigung zum Kreuz sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Alle antworten: „In Ewigkeit. Amen.“

Der Dienst der ceroferare zusammengefaßt:
Einsatz zu Einzug, (Evangelium,) Hochgebet und Auszug

Einzug:
1. In der Sakristei Flambeaus entzünden, verteilen, gegebenenfalls rechtzeitig zum Hauptportal gehen.
2. Beim Einzug hinter der Kreuzgruppe gehen, an den Altarstufen auseinandergehen.
3. Nach der Altarinzens (sonst nach dem Altarkuß) Flambeaus wegbringen.

Evangelium (nur an manchen Orten üblich):
1. Nach der (in der Regel ersten) Lesung Flambeaus holen; zum Ruf vor dem Evangelium einziehen.
2. Nach dem Evangelium Flambeaus wegbringen.

Gabenbereitung bis Vaterunser:
1. Zur Gabenbereitung Flambeaus holen.
2. Zum Sanctus einziehen.
3. Nach dem Vaterunser („Denn dein ist das Reich“) Flambeaus wegbringen, sofort wieder einziehen.

Purifikation und Auszug:
1. Während oder nach der Purifikation Flambeaus holen und an den Altarstufen aufstellen.
2.  Auszug wie Einzug.


6.      Reihenfolge bei Ein-, Auszug und Prozessionen

Bei Ein- und Auszug, zu Sakraments- und Segensprozessionen gehen die einziehenden Personen in zwei Reihen, paarweise nebeneinander, in gleichem Abstand nach vorne und hinten (etwa eine Armlänge oder mehr). Der Hauptzelebrant und andere Einzelpersonen (Kreuzträger, der Thurifer, wenn er alleine dient, der Diakon, wenn er das Evangeliar trägt) gehen in der Mitte – außer dem 2. Zeremoniar.


Allgemeine Prozessionsordnungen:

a) Festhochamt

(Zeremoniar 2)


(Fahne)

(Fahne)
Weihrauch (Schiffchen)
(Thurifer)
wenn er allein dient
Weihrauch (Faß)
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Kreuz
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Leitceroferar

Leitceroferar
Ceroferare
(bei ungerader Zahl gehen die letzten Ceroferare zu dritt in einer Reihe.)
Ceroferare
(Leitceroferar 2)

(Leitceroferar 2)
Akoluth 1

Assistent 1 oder Akoluth 2
Akoluth 2 oder Assistent 1

Assistent 2

(Diakon
mit dem Evangeliar)

Konzelebranten
(Bei ungerader Zahl gehen die letzten Konzelebranten zu dritt in einer Reihe; bei nur einem Konzelebranten geht dieser in der Mitte vor dem Hauptzelebranten.)
Konzelebranten
(Diakon ohne Evangeliar)
Hauptzelebrant

(Fahne)
(Zeremoniar 1)
(Fahne)


b) Hochamt

Weihrauch (Schiffchen)
(Thurifer)
wenn er allein dient
Weihrauch (Faß)
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Kreuz
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Akoluth 1

Assistent 1 oder Akoluth 2
Akoluth 2 oder Assistent 1

Assistent 2

(Diakon
mit dem Evangeliar)

(Diakon ohne Evangeliar)
Zelebrant



c) Messe an Sonntagen (außer Hochamt) und kleineren Festtagen

Akoluth mit Leuchter

Akoluth mit Leuchter
Assistent

Assistent

Zelebrant



d) Werktagsmesse mit zwei Ministranten

Assistent

Assistent

Zelebrant


e) Werktagsmesse mit einem Ministranten

Assistent
Zelebrant


f) Sakramentsprozession

(Zeremoniar 2)


(Fahne)

(Fahne)
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Kreuz
Evangelienleuchter
(ist der Weg zu eng, vor dem Kreuz)
Leitceroferar

Leitceroferar
Ceroferare
(bei ungerader Zahl gehen die letzten Ceroferare zu dritt in einer Reihe.)
Ceroferare
(Leitceroferar 2)

(Leitceroferar 2)
Akoluth 1

Assistent 1 oder Akoluth 2
Akoluth 2 oder Assistent 1

Assistent 2

(Diakon)

Konzelebranten
(Bei ungerader Zahl gehen die letzten Konzelebranten zu dritt in einer Reihe; bei nur einem Konzelebranten geht dieser in der Mitte vor dem Hauptzelebranten.)
Konzelebranten
Schellen

Schellen
Thurifer

Thurifer

Allerheiligstes

(Fahne)
(Zeremoniar 1)
(Fahne)

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